Museen und Kultureinrichtungen setzen zunehmend auf digitale Werkzeuge, um das Besuchserlebnis zu verbessern. Audioguides sind längst ein Standard, um Besucherinnen und Besuchern wichtige Informationen zu einer Ausstellung zu vermitteln. Je ausgereifter diese Systeme werden, desto wichtiger wird eine Frage: Wer kontrolliert Ihr Audioguide-System — und was passiert, wenn Sie es später ändern möchten? Genau hier bietet ein Open-Source-Audioguide einen grundlegend anderen Ansatz.

Was bedeutet „Open Source“?

Open-Source-Software ist Software, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist. Jeder kann einsehen, wie sie funktioniert, sie an die eigenen Bedürfnisse anpassen und frei verwenden. Statt an einen einzelnen Anbieter oder ein proprietäres System gebunden zu sein, können Institutionen die Software selbst hosten und betreiben oder mit einem Entwickler oder Dienstleister ihrer Wahl zusammenarbeiten. Im Fall von SmartCompanion ist der Quellcode unter der freizügigen BSD-2-Lizenz öffentlich verfügbar und kann auf GitHub heruntergeladen werden.

Warum ist das für Museen wichtig?

Museen denken üblicherweise in Jahrzehnten. Ausstellungen entwickeln sich weiter, Förderungen ändern sich, und digitale Werkzeuge kommen und gehen. Ein Museum, das heute ein Audioguide-System einführt, möchte Teile davon vielleicht auch in zehn Jahren noch nutzen oder anpassen.

Bei traditionellen (Closed-Source-)Audioguide-Plattformen kann daraus eine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter entstehen. Mit der Zeit führt das zu Herausforderungen wie:

Open Source verändert diese Dynamik, denn die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter wird deutlich reduziert.

Vendor-Lock-in und Lizenzkosten vermeiden

Einer der wichtigsten Vorteile eines Open-Source-Audioguides ist die Wahlfreiheit. Von Vendor-Lock-in spricht man, wenn ein Museum von einem bestimmten Softwareanbieter abhängig wird und ein späterer Systemwechsel schwierig oder teuer ist. Mit einer Open-Source-Lösung gilt:

Das bedeutet: Museen behalten die Kontrolle über ihre eigene digitale Infrastruktur. Sie „mieten“ kein System — es gehört ihnen.

Keine eigene Hardware, keine versteckten Kosten

Traditionelle Audioguide-Systeme sind oft mit erheblichen Kosten verbunden: eigene Leihgeräte, Ladestationen, Kopfhörer, Reinigung und Desinfektion, Ersatz für verlorene oder defekte Geräte sowie Personalaufwand für Ausgabe und Rücknahme. Diese Kosten fallen Jahr für Jahr an — zusätzlich zu den Lizenzgebühren.

Ein Open-Source-Audioguide wie SmartCompanion läuft auf dem eigenen Smartphone der Besucherinnen und Besucher. Es muss keine Hardware angeschafft, gewartet oder ersetzt werden, und es gibt keine Lizenz pro Gerät. Übrig bleiben im Wesentlichen die Hosting-Kosten — die für eine Web-App minimal sind — und der einmalige Aufwand für die Aufbereitung der Inhalte. Gerade für kleine und mittlere Museen wird der Audioguide damit von einer großen Investition zu einem erschwinglichen Standardangebot.

Ein besseres Erlebnis für Besucherinnen und Besucher

Auch die Gäste profitieren. Sie nutzen ein Gerät, das sie bereits kennen, mit ihren eigenen Kopfhörern, und öffnen den Guide einfach im Browser oder scannen einen QR-Code — kein Anstehen an der Kassa und keine ungewohnte Hardware. Inhalte können ohne zusätzliche Hardwarekosten in mehreren Sprachen angeboten werden.

Ein weiteres starkes Argument ist die Barrierefreiheit: Texttranskripte zusätzlich zum Audio, anpassbare Wiedergabe und die Kompatibilität mit den integrierten Hilfsfunktionen des Smartphones (etwa Screenreader und Textvergrößerung) machen die Ausstellung inklusiver. Mit dem Inkrafttreten des European Accessibility Act (in Deutschland umgesetzt durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz) ist das nicht nur gute Praxis, sondern zunehmend auch eine Anforderung an digitale Angebote in der EU.

Datenschutz unter Ihrer Kontrolle

Da ein Open-Source-Audioguide selbst gehostet werden kann, müssen keine Besucherdaten an eine Drittanbieter-Plattform fließen. Es gibt kein Tracking durch einen externen Anbieter, und die DSGVO-Konformität ist unkompliziert — ein wichtiger Punkt für öffentliche Einrichtungen.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Der Einstieg ist einfacher, als viele Museen erwarten:

Da die Inhalte in einem offenen, dokumentierten Format vorliegen, können sie jederzeit aktualisiert und in zukünftigen Systemen weiterverwendet werden — Ihre Arbeit ist niemals eingesperrt.

Ehrlich gesagt: Open Source bedeutet nicht null Aufwand

Open Source beseitigt Lizenzgebühren und Lock-in, aber das Hosting muss eingerichtet und die Inhalte müssen aufbereitet werden. Museen mit eigenem technischen Personal können das vollständig selbst übernehmen; alle anderen können mit einer beliebigen Webagentur zusammenarbeiten — oder mit uns. Genau diese Wahlfreiheit ist der Punkt: Sie entscheiden, wer Ihr System betreut — heute und in zehn Jahren.